Geschichte zur Enstehung dieses Brauchtums

In den langen Winternächten gehen nach alter Volksmeinung allerlei Geister um. Weitverbreitet und tief verwurzelt war vor allem der Glaube an die Perchten. Percht – Perchta hat zweierlei Geschlecht, die gute Frau Perchta, die gleichzusetzen war mit Frau Holle, und der böse (schiache) Percht.
Der Ursprung des Perchtenkultes dürfte im germanischen Bereich zu suchen sein; dieser kannte zuerst das Mutterrecht mit weiblichen Gottheiten, wie die Erdgöttin, Nerthus usw.

Durch die Indogermanen kam es zu einem Zusammenprall zweier geistiger Welten: der männliche gewann die Oberhand, und forthin nahmen viele bisher weibliche Gottheiten Zweigeschlechtigkeit an. In diese Gruppe zweigeschlechtiger Personifizierungen dürften auch die Perchten fallen.

Nach der Anschauung unserer Vorfahren war Frau Perchta ein dämonisches Wesen, halb Gottheit, halb Mensch, das in zweifacher Gestalt erschien.
Einmal sprach man von ihr als von einer holden Lichtgestalt, die, Menschen und Tiere segnend, durch das Land schreitet, dann wieder erkannte man in ihr einen hässlichen Dämon, der mit Verderben und Unglück über die Menschen hereinbrach, der das Vieh erkranken ließ und der die Ernte vernichtete. Der Volksmund weiß diesbezüglich manches zu berichten.

PERCHT

Die Percht treibt den Winter aus und kommt in den Rauhnächten (ab 21. Dezember – 6. Jänner) in Gebirgsregionen vor. Es gibt verschiedene Arten von Perchten z.B.: Schönperchten die prachtvoll mit Schmuck und Spiegeln verziert sind. Die Tresterer mit ihren bunten Gewändern und bunten Fähnchen und Federn auf den Hüten, die von Karnevalsgruppen aus dem venezianischen Raum abstammen. Und die furchterregenden Schiachperchten, die oft mit dem Krampus verwechselt werden. Sie tragen Masken mit mehreren Hörnerpaaren. Seit dem Mittelalter ist die "Frau Berchte" nachweisbar diejenige, die am Vorabend des Dreikönigs-Tages" auftritt.

Die Schiachperchten sollen mit dem Lärm ihrer Schellen den Winter vertreiben und ein Streich mit ihrer Birkenrute ist ein Fruchtbarkeitssymbol.

KRAMPUS

Der Krampus ist der bestrafende Begleiter des Nikolaus und kommt nur in den Tagen um den 5. und 6. Dezember vor. Der Krampus trägt eine rote oder dunkle Maske mit 2 Hörner, oft mit herausgestreckter Zunge und furchterregendem Blick. Er besitzt eine Kette, eine Rute oder eine Peitsche aus den Haaren eines Pferdeschwanzes. Er stammt aus religiösen Predigttheatern des Mittelalters als teuflischer Begleiter des Nikolausspieles. Seit dem 17. Jahrhundert traten sie langsam aus dem religiösen Kirchen- und Stubenspiel heraus und formierten sich zu einer neuen Generation komisch, bedrohlicher Teufelszenen im Spiel. Jedoch traten sie bis in unser Jahrhundert immer mit dem Nikolaus auf.

In den entlegenen Bergtälern des Salzburger Landes (Gasteinertal, Großarltal, Raurisertal) diente das Krampusgehen als Heuschebrauch (Bettelbrauch) bei dem Bergknappen, Knechte, Holzarbeiter in der Zeit vor Weihnachten für ihr Kommen mit Kletznbrot, Speck und Schnaps belohnt wurden.

Eine Ausnahme weisen hier die Krampus und Perchten des Gasteinertales auf – hier wird bezüglich Anzahl der Hörner und Schnitzart der Maske kein Unterschied zwischen Krampus und Percht gemacht.